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Audiotherapeutischer Ratgeber in der Region Göttingen

Impressum

Infos vom Elternverein hörgeschädigter Kinder

Verein der Eltern u. Freunde hörbehinderter Kinder Südniedersachsen e.V.

An der Thomaskirche 2 , 37081 Göttingen (05 51) 70 39 91 , Kontaktangaben: 1) Margret Lieberum, Tel. 45236 gilimar@t-online.de, 2) Herr Thomas Koch (Tel. 0551 / 724 25, E-Mail: koch.leuckel@t-online.de)

Bild oben:

Informationstafel beim Selbsthilfetage des Gesundheitszentrums auf dem Marktplatz

 

Termine des Vereins:

Samstag,14. 6. 2008, 13:00 Uhr Familien-Grillfest in der Mittelbergschule, Hetjershausen

Samstag, 1. 11. 2008 Symposium ‚30 Jahre Verein der Eltern und Freunde hörbehinderter Kinder Südniedersachsen e.V.’

Freitag, 14. 11. 2008, bis Sonntag, 16. 11. 2008 Familienwochenende auf dem Hohen Meißner Freitag,

14. 11. 2008, bis Sonntag, 16. 11. 2008 Jugendwochenende auf dem Hohen Meißner

Bild unten:
Hörbeeinträchtigte Kinder mit einer Trommelgruppe an der Johanniskirche im Mai 2008

Verein setzt sich für integrierte Klassen an weiterführenden Schulen ein

Der folgende Aufruf des Vereins "Eltern und Freunde hörgeschädigter Kinder" hat uns erreicht und wird im folgenden veröffentlicht:

WANTET:
Kinder mit Hörschädigung
Jahrgang 2000 oder jünger
interessiert an einer weiterführenden Schule in Göttingen mit integrativen Klassen für Hörgeschädigte

Liebe Eltern eines hörgeschädigten Kindes,

der Verein „Eltern und Freunde hörbehinderter Kinder Südniedersachsen e.V.“ möchte in Göttingen gerne eine weiterführende Schule dafür gewinnen, integrative Klassen einzurichten, in denen hörgeschädigte und normalhörende Kinder zusammen lernen.
Das Lohmühlen-Gymnasium in Hamburg (www.lohmuehlengymnasium.de), wo einige Kinder aus dem Verein ihr Abitur gemacht haben, ist dafür unser Vorbild. Älteren hörgeschädigten Kinder, die während der Grundschulzeit gut zurechtkamen, fällt es in den höheren Klassen häufig immer schwerer dem Unterrichtsgeschehen zu folgen. Denn weder die Klassengröße noch die Raumakustik oder gar die Gestaltung des Unterrichtsgeschehens sind auf ihre eingeschränkten akustischen Verstehensmöglichkeiten abgestimmt.
Selbst die beste Technik gleicht nicht alle Defizite aus. Insbesondere das Verstehen bei Hintergrundlärm, wie es in der Schule typisch ist, bleibt immer problematisch. Hinzu kommt, dass in der Pubertät hörgeschädigte Kinder in keiner Weise auffallen wollen und deswegen zum Teil den ihnen zustehenden Nachteilsausgleich ablehnen.
Wenn man es schaffen könnte, alle Kinder mit Hörschädigung in einer integrativen Klasse zusammenzufassen, ließen sich die Rahmenbedingungen deutlich verbessern und die soziale Isolierung aufheben.
Lehrerfortbildungen wären einfacher zu organisieren und kämen allen Kindern zu gute.
Auf unsere Nachfragen signalisierten einige Schulen durchaus Interesse. Auch Vertreter des Stadtrats haben unser Ansinnen positiv aufgenommen. Wichtig ist jetzt, dass sich Eltern mit hörgeschädigten Kindern melden, die an einer integrativen Klasse interessiert sind. Denn erst, wenn der konkrete Bedarf offensichtlich ist, werden Politik, Verwaltung und Schulen zu handeln beginnen. Ab 4-5 Kindern könnten wir starten. Wenn es gelänge, genügend Kinder zu finden, dürften wir es gemeinsam schaffen, eine integrative Klasse ab dem Jahrgang 2000/2001 (also momentan 2. Klasse) und für nachfolgende Jahrgänge einzurichten.
Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann würden wir uns sehr freuen, wenn Sie sich mit uns in Verbindung setzten.
Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf: Jutta Bohne oder Margret Lieberum Tel. 0551/5317379 Tel. Tel: 0551/45236
E-Mail: JuttaBohne@gmx.de E-Mail: ge-hoer.m.lieberum@t-online.de
Mit freundlichen Grüßen Jutta Bohne & Margret Lieberum

Warum braucht Göttingen eine Schule mit integrativen Klassen für Hörgeschädigte?
Hintergrund:
Durch technische Fortschritte bei Hörgeräten und Chochlearimplantaten haben sich die Hörsituation und Fördermöglichkeiten hörgeschädigter Kinder stetig verbessert. Immer mehr hörbehinderte Kinder erlangen eine gute Lautsprachkompetenz und fühlen sich in ihrem natürlichen Umfeld zuhause.
Diese erfreuliche Entwicklung zeigt sich auch darin, dass die Kinder die Grundschule mit einer Realschul- oder Gymnasialempfehlung beenden.
Im Gespräch mit Einzelpersonen verstehen die Kinder oft gut. Doch kann die Hörschädigung nie vollständig ausgeglichen werden. Denn technische Hilfen unterscheiden nur unbefriedigend zwischen mehreren Sprechern oder Hintergrundgeräuschen und Sprache. Weite Entfernung zum Sprechenden und eine schlechte Sicht auf das Mundbild erschweren einem Hörgeschädigten zusätzlich das Verstehen.
Mit ihrer raumakustischen Ausstattung und mit Klassenstärken von häufig über 25 Schülern ist gutes Sprachverstehen an Regelschulen für Hörgeschädigte nur bedingt und unter großen Anstrengungen möglich.
In der Grundschulzeit können Eltern in Göttingen zwischen einer Regelschulklasse und einer Sprachheilklasse an der Wilhelm-Busch-Schule mit kleiner Klassenstärke und speziell ausgebildetem Lehrpersonal wählen. Ab der 5. Klasse gibt es eine solche Alternative nicht mehr. Die nächste Förderschule mit Schwerpunkt Hören befindet sich in Hildesheim. Dort kann als höchster Abschluss nur die mittlere Reife erreicht werden.
Ein Gymnasium, das den speziellen Bedürfnissen hörgeschädigter Schüler gerecht wird, gibt es in Niedersachsen nicht. Die Option, dass auch hörgeschädigte Schüler unter fairen Rahmenbedingungen das Abitur erreichen können, ist in unserm Bundesland bisher nicht vorgesehen.
Unsere Ziele:
Diesen Zustand möchten wir gerne ändern und eine weiterführende Schule in Göttingen dafür gewinnen, integrative Klassen einzurichten, in denen hörgeschädigte und normalhörende Kinder zusammen lernen.
Das Lohmühlen-Gymnasium in Hamburg (www.lohmuehlengymnasium.de) ist unser Vorbild. Dort haben einige Kinder aus unserem Verein das Abitur gemacht, als es an der Regelschule nicht mehr weiterging.
Vorteile:. Fortbildung der Lehrkräfte, bauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Raumakustik kommen allen hörgeschädigten Kindern der Region zugute. Kleine Klassengrößen minimieren den Störlärm.
Vielfältigere Möglichkeiten eröffnen sich, die 2 Förderstunden pro Kind und Woche einzusetzen.
Hörgeschädigte Kinder bleiben in ihrem sozialen Umfeld.
Lange Anfahrtswege zur Förderschule oder der Wechsel in das bundesweit einzige Internat in Freiburg werden überflüssig. Hörgeschädigte Kinder bewahren den Kontakt mit der hörenden Umwelt und sind nicht ausschließlich mit anderen Hörgeschädigten in einer Förderschulklasse zusammen.
Hörgeschädigte Kinder bleiben nicht isoliert mit ihrer Hörschädigung. Sie können sich mit anderen Betroffenen austauschen.
Nachteilsausgleiche können leichter plausibel gemacht werden.
Uns ist bewusst, dass die Einrichtung eines Zweiges für Hörgeschädigte an einer weiterführenden Schule sehr aufwendig ist. Aus den Gesprächen mit vielen Betroffenen wissen wir aber, dass eine solche Schwerpunktschule ein großes Bedürfnis ist, da viele Kinder im Alltag der Regelschule überfordert sind.
Noch ein paar Zahlen zum Schluss: Für Baden-Württemberg wird die Anzahl der Schulanfänger mit Hörstörungen (Hörverlust über 30 dB zwischen 0,5 und 6 kHz) zwischen 3,9% und 5,2 % angegeben. Auf den Raum Göttingen bezogen, ergäben sich bei einer theoretischen Jahrgangsstärke von 2000-2500 Kindern etwa 80-130 Kinder pro Jahrgang.
Momentan bemühen wir uns, konkretere Zahlen für den Raum Göttingen zu erheben