< Home

www.goehoer.de
Informationen rund um das Thema "Gehör" in der Region Göttingen

Impressum

Festtagung Kindliche Hörstörungen: Frühe Diagnostik, Versorgung und Förderung
Universitätsklinikum Göttingen, Robert-Koch-Str. 40, Hörsaal 542, Ostpforte, Kinderklinik

Verein "Eltern und Freunde hörgeschädigter Kinder Südniedersachsen" wird 30 Jahre alt
Aus diesem Anlaß fand am 1. November eine Festtagung statt, die als gemeinsame Veranstaltung mit der Phoniatrie und Pädaudiologie Klinik für Hals-Nasen-und Ohrenheilkunde der Universtät Göttingen durchgeführt wurde. Thema: Kindliche Hörstörungen: Frühe Diagnostik,Versorgung und Förderung. Margret Lieberum, die erste Vorsitzende des Vereins lud in einem Elternbrief u.a. mit folgenden Worten ein:
"Um die Bildungschancen hörgeschädigter Kinder aus der Region zu erweitern, wollen wir eine weiterführende Schule in Göttingen dafür gewinnen, integrative Klassen für Hörgeschädigte einzurichten. Deswegen beschäftigen sich die drei Vorträge ab 16:30 Uhr bis 17:30 Uhr ausschließlich mit der schulischen Situation hörbehinderter Kinder. Als erste spricht Frau Prof. Leonhardt von der Ludwig-Maximilians-Universität München, die die umfangreichsten Studien in Deutschland über hörgeschädigte Kinder an Regelschulen durchgeführt hat. Danach erzählt Frau Rauch, die mit Cochlear-Implantaten hört und im Sommer ihr Abitur gemacht hat, von ihrer Schulzeit am Engelsberg-Gymnasium in Kassel. Schließlich referiert Frau Jung (Vizepräsidentin der deutschen Cochlear-Implantat-Gesellschaft, Cochlear-Implantat-Trägerin, Hörgeschädigtenpädagogin) darüber, welche Chancen eine Schwerpunktschule für Hörgeschädigte bietet. Der ganze Abschnitt wird durch ein Referat von Dr. Rien über das Selbstbild hörgeschädigter Heranwachsender eingeleitet.
Eine Göttinger Schule mit einem integrativen Zweig für Hörgeschädigte wäre für Mitteldeutschland einzigartig. Dafür suchen wir Eltern, die an diesem Projekt interessiert sind. Wünschen Sie sich auch eine integrative Klasse für ihr Kind, wo es nicht als einziges hörgeschädigtes unter normalhörenden aber gleichzeitig mit normalhörenden zusammen ist? Dann setzen Sie sich mit einem unserer Vorstandsmitglieder in Verbindung:

Kontakt Jutta Bohne (Schriftführerin) und Margret Lieberum (1. Vorsitzende) Tel.: 0551/5317379 (ab 13:15 Uhr) Tel: 0551/45236 E-Mail: JuttaBohne@gmx.de E-Mail: ge-hoer.m.lieberum@t-online.de
Selbst wenn Sie für Ihr Kind keine derartige Beschulung wünschen, sind uns Kommentare oder Ideen zur Umsetzung jederzeit sehr willkommen.

PROGRAMM der Festtagung am 1. November
14:00 - 14:10 Begrüßung Margret Lieberum, Ross-Luttmann, Matthias

14:10 - 14:30 Diagnostik und Therapien kindlicher Hörstörungen Olthoff
14:30 - 14:40 Pädaudiologie in Göttingen Siegmüller
14:40 - 15:00 Möglichkeiten der apparativen Versorgung und Rehabilitation Feit
15:00 - 15:20 Indikationen für aktive Mittelohr-und Innen-ohrimplantate (CI) Matthias
15:40 - 16:10 Hör-und Sprach-therapeutische Intervention im ersten Lebensjahr Streicher, Tonn
16:10 - 16:30 "Wird das noch mal besser?" Rien
16:30 - 16:50 Die Schule für das hörgeschädigte Kind - zwischen Wunsch und Wirklichkeit Leonhardt
16:50 - 17:10 Rückblick auf die Schulzeit Rauch
17:10 - 17:30 Integration an einer Schwerpunktschule Jung


Margret Lieberum
1. Vorsitzende


Dr. Oliver Rien

Veranstaltungsbericht

Die Festtagung zum 30 jährigen Bestehen des Vereins "Eltern und Freunde hörgeschädigter Kinder in Südniedersachsen" war sehr gut besucht und mit hochkarätigen Referenten besetzt. (siehe Tagungsprogramm).
Der erste Teil der Tagung beschäftigte sich mit medizinischen und diagnostischen Fragen und den Möglichkeiten der Versorgung mit Hörsystemen und Cochlear bzw. Mittelohr- Implantaten.
Im zweiten Teil der Tagung, ging es um die therapeutischen Interventionen und die spezifischen Fördermöglichkeiten für hörgeschädigte Kinder.


Hörsaal während der Tagung

Besonders anschaulich sprach im zweiten Teil der Psychologe Dr. Oliver Rien.
Rien berichtete von seiner Arbeit mit hörgeschädigten Jugendlichen, sprach vor allem aber er auch als Selbstbetroffener. Zum einen ist Rien frühschwerhörig und mit einem Cochlear Implantat versorgt, zum anderen Vater eines hörgeschädigten Kindes, das ebenfalls CI Trägerin ist. Beeindruckend war außerdem, dass er seinen Vortrag gleichzeitig in Gebärdensprache hielt.
Die Frage "Wird das noch mal besser?", die er als Überschrift für seinen Vortrag über das Selbstbild hörgeschädigter Jugendlicher gesetzt hatte, beantwortete er zum Schluß mit einen klaren "Nein". Die Hörschädigung ist schließlich keine Krankheit, sondern ein Handicap. Gleichzeitig aber betonte er die Möglichkeiten die Betroffene und Mitbetroffene nutzen können und die das Leben mit dem Handicap leichter machen.www.oliver-rien.de
Ebenfalls aus eigenem Erleben konnte die junge Studentin und CI Trägerin Ann- Kathrin Rauch berichten, die einen persönlichen Rückblick auf ihre Schulzeit hielt.
Sie ermutigte Eltern und Kinder den Schritt in die schulische Einzelintegration zu wagen. Gleichzeitig sprach Rauch offen und verschwieg die Schwierigkeiten und Klippen nicht, die ein solcher Weg mit sich bringt. Außerdem betonte sie wie wichtig der Kontakt zu anderen hörgeschädigten Jugendlichen ist.
Die Schulwahl war das Thema zweier weiterer Vorträge.
Frau Prof. Dr. Annette Leonhardt sprach über Wunsch und Realität bei verschiedenen Formen der Beschulung schwerhöriger Kinder (leider sehr an Statistiken orientiert und deshalb von uns als eher trocken erlebt) und von Frau Ute Jung (Hörgeschädigtenpädagogin) berichtete über die Integration Hörgeschädigter an Schwerpunktschulen.
Alle Beiträge werden sicher noch in die Diskussion um einen integrativen Zweig für Hörgeschädigte an einer Göttinger Schule einfließen.


Viel Zuspruch erhielten auch die Informationsstände im Foyer. Hier gab es die Möglichkeit Kontakte aufzubauen, zu pflegen und Ansprechpartner für Fragen zu finden.
Vielen Dank an den Verein für die gelungene Tagung!

Referentinnen und Referenten
Daniela-Simone Feit Hörgeräte-Akustik-Meisterin, Pädakustikerin,
Ute Jung Hörgeschädigtenpädagogin,
Prof. Dr. Annette Leonhardt Lehrstuhl für Gehörlosen-und Schwerhörigenpädagogik,
Margret Lieberum, Verein Eltern und Freunde hörgeschädigter Kinder in Südniedersachsen e.V.
Prof. Dr. med. Christoph Matthias Direktor HNO Göttingen
Dr. med. Arno Olthoff Leiter der Phoniatrie und Pädaudiologie, HNO Klinik Göttingen
Ann-Kathrin Rauch CI-Trägerin, ehemalige Schülerin Engelsburg Gymnasiums, Kassel
Dr. phil. Oliver Rien Diplom-Psychologe,
Mechthild Ross-Luttmann Nds. Ministerin für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit,
Frauke Siegmüller Logopädin,
Barbara Streicher Pädagogische Leitung, CI-Centrum Köln
Beate Tonn Logopädin


Ann- Kathrin Rauch


Prof. Dr. A. Leonhardt


Dr med.A. Olthoff
(Vortragender und Moderator)