|

Margret Lieberum
1. Vorsitzende

Dr. Oliver Rien
|
Veranstaltungsbericht
Die
Festtagung zum 30 jährigen Bestehen des Vereins "Eltern
und Freunde hörgeschädigter Kinder in Südniedersachsen"
war sehr gut besucht und mit hochkarätigen Referenten besetzt.
(siehe Tagungsprogramm).
Der erste Teil der Tagung beschäftigte sich mit medizinischen
und diagnostischen Fragen und den Möglichkeiten der Versorgung
mit Hörsystemen und Cochlear bzw. Mittelohr- Implantaten.
Im zweiten Teil der Tagung, ging es um die therapeutischen
Interventionen und die spezifischen Fördermöglichkeiten
für hörgeschädigte Kinder.

Hörsaal während der Tagung
Besonders
anschaulich sprach im zweiten Teil der Psychologe Dr. Oliver
Rien.
Rien berichtete von seiner Arbeit mit hörgeschädigten Jugendlichen,
sprach vor allem aber er auch als Selbstbetroffener. Zum einen
ist Rien frühschwerhörig und mit einem Cochlear Implantat
versorgt, zum anderen Vater eines hörgeschädigten Kindes,
das ebenfalls CI Trägerin ist. Beeindruckend war außerdem,
dass er seinen Vortrag gleichzeitig in Gebärdensprache hielt.
Die Frage "Wird das noch mal besser?", die er als
Überschrift für seinen Vortrag über das Selbstbild hörgeschädigter
Jugendlicher gesetzt hatte, beantwortete er zum Schluß mit
einen klaren "Nein". Die Hörschädigung ist schließlich
keine Krankheit, sondern ein Handicap. Gleichzeitig aber betonte
er die Möglichkeiten die Betroffene und Mitbetroffene nutzen
können und die das Leben mit dem Handicap leichter machen.www.oliver-rien.de
Ebenfalls aus eigenem Erleben konnte die junge Studentin und
CI Trägerin Ann- Kathrin Rauch berichten, die einen persönlichen
Rückblick auf ihre Schulzeit hielt.
Sie ermutigte Eltern und Kinder den Schritt in die schulische
Einzelintegration zu wagen. Gleichzeitig sprach Rauch offen
und verschwieg die Schwierigkeiten und Klippen nicht, die
ein solcher Weg mit sich bringt. Außerdem betonte sie wie
wichtig der Kontakt zu anderen hörgeschädigten Jugendlichen
ist.
Die Schulwahl war das Thema zweier weiterer Vorträge.
Frau Prof. Dr. Annette Leonhardt sprach über Wunsch und Realität
bei verschiedenen Formen der Beschulung schwerhöriger Kinder
(leider sehr an Statistiken orientiert und deshalb von uns
als eher trocken erlebt) und von Frau Ute Jung (Hörgeschädigtenpädagogin)
berichtete über die Integration Hörgeschädigter an Schwerpunktschulen.
Alle Beiträge werden sicher noch in die Diskussion um einen
integrativen Zweig für Hörgeschädigte an einer Göttinger Schule
einfließen.

Viel
Zuspruch erhielten auch die Informationsstände im Foyer. Hier
gab es die Möglichkeit Kontakte aufzubauen, zu pflegen und
Ansprechpartner für Fragen zu finden.
Vielen Dank an den Verein für die gelungene Tagung!
Referentinnen
und Referenten
Daniela-Simone Feit Hörgeräte-Akustik-Meisterin, Pädakustikerin,
Ute Jung Hörgeschädigtenpädagogin,
Prof. Dr. Annette Leonhardt Lehrstuhl für Gehörlosen-und Schwerhörigenpädagogik,
Margret Lieberum, Verein Eltern und Freunde hörgeschädigter
Kinder in Südniedersachsen e.V.
Prof. Dr. med. Christoph Matthias Direktor HNO Göttingen
Dr. med. Arno Olthoff Leiter der Phoniatrie und Pädaudiologie,
HNO Klinik Göttingen
Ann-Kathrin Rauch CI-Trägerin, ehemalige Schülerin Engelsburg
Gymnasiums, Kassel
Dr. phil. Oliver Rien Diplom-Psychologe,
Mechthild Ross-Luttmann Nds. Ministerin für Soziales, Frauen,
Familie und Gesundheit,
Frauke Siegmüller Logopädin,
Barbara Streicher Pädagogische Leitung, CI-Centrum Köln
Beate Tonn Logopädin
|